DIE LAVOIR [di: la’vu:ɐ]

Das Magazin für freien Diskurs

„Wie im Film!“

Was Österreichs Politkarussell und der Film Der Gott des Gemetzels gemeinsam haben und wie Political Correctness und Gender-Wahn den Schreiballtag vernebeln.

In Roman Polanskis[1] genialem filmischen Kammerspiel Der Gott des Gemetzels (nach dem gleichnamigen Theaterstück von Yasmina Reza) das unlängst sehr passend im TV zu sehen war, übergibt sich Protagonistin Nancy während einer Schlichtungsdebatte mit einem anderen Ehepaar mitten in deren New Yorker Wohnzimmer. Hausherrin (Achtung Gender- Pendant: Hausfrau?[2]) Penelope rückt daraufhin mit der roten LAVOIR an, um die Kotze, die Nancy überall am Couchtisch verteilt hat, abzuwischen. Kotzen möchte man auch, wenn man auf die innenpolitischen Ereignisse der letzten zwei Wochen blickt: Souveränität geht anders!

Wie im Film Der Gott des Gemetzels streitet am Ballhausplatz jeder mit jedem, gefolgt von opportunistischen Schachzügen und intrigantem Ränkespiel. Im New Yorker Appartement schleudern alle vier Protagonisten ihren jeweiligen angestauten Frust mal gegen den eigenen Ehepartner, mal gegen das andere Paar[3]. Dann wieder solidarisieren sich die weiblichen Akteurinnen gegen die Männer und umgekehrt. Ein herrliches Streitfiasko in all seiner Perfidität hat Polanski mit einer beengenden Kameraführung hier eingefangen. Mitten drin leuchtet die rote Plastikwaschschüssel.

In der Polit-LAVOIR tummeln sich stark verrotzte Schwarzwäsche, Türkiswäsche, Blauwäsche, Rotwäsche. Nur Grünwäsche ist diesmal keine dabei. Grün zu tragen ist zur Zeit nicht sehr en vogue. Die Pinkwäsche zeigte sich „taktisch besonnen“. Wir verleihen daher erstgenannten Wäschesorten die LAVOIR ZUM ROTZ DER WOCHE.

Regina Hilber


[1] Achtung Political Correctness: Darf die Arbeit eines Regisseurs ohne Anspielung auf seine Flucht vor der Justiz gelobt werden? Wir sagen: Ja, weil hier ausschließlich das Werk gemeint ist.

[2] Über die Unmöglichkeit bzw. Möglichkeit des Genderns in der deutschen Sprache sind Gastbeiträge willkommen!

[3] DIE LAVOIR prämiert den besten Gender-Umbausatz, den die Redaktion erreicht!

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