DIE LAVOIR [di: la’vu:ɐ]

Das Magazin für freien Diskurs

What the hell is a SAP [sæp]?

Gary Shteyngart las in INNSBRUCK

© Geza Gold (Bildrecht) 2019

Über the point of view bzw. Alter Ego in der Fiktion.

Das selbstkreierte Akronym S.A.P. [sæp] stehe für soviet ashkenazi pessimist erklärt der höchst erfolgreiche amerikanische Autor Gary Shteyngart bei seinem Lesebesuch in Innsbruck am vergangenen Mittwoch. Der 1972 in St. Petersburg (RU) geborene jüdische Autor war als Achtjähriger mit seinen Eltern nach New York City emigriert. In seinem neuen Roman Lake success (deutscher Titel Willkommen in Lake Success, Penguin Verlag 2019) tourt sein „SAP“ als gescheiterter Ehemann und skrupelloser Hedgefond Manager Barry (sic!) in Greyhound-Bussen durch das provinzielle Amerika auf dem Weg zu sich selbst und seiner Jugendliebe Layla. Die Geschichte ist konventionell erzählt, besticht aber mit gut dosiertem Sarkasmus und feinen sprachlichen Sternenfunken (the stars in between) die erahnen lassen, dass Gary Shteyngart jenseits des konventionellen Erzählens auch ganz andere Bücher zu schreiben im Stande wäre – ja – wenn das Leben in einer Stadt wie New York nicht gar so kostpielig wäre! Das Publikum fand sich bestens unterhalten. Ich war es auch.

Regina Hilber

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