DIE LAVOIR [di: la’vu:ɐ]

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Schieflage

Schifflage und Flagge

Geza Gold (Bildrecht) 2020

Die Wahrheit für Giulio Regeni, fordern die Triestiner immer noch. Zurecht. Die Stadt trauert weiterhin um ihren talentierten Journalisten (er arbeitete in Kairo an seiner Doktorarbeit für Arabistik), der in den letzten Jännertagen 2016 in Ägypten grausamst zu Tode gefoltert wurde. „Veritá per Giulio Regeni“ – die Transparente und Plakate sind seit Regenis Tod in mehreren Städten im oberen Adriaraum zu sehen. Mehr als vier Jahre sind seit Überstellung von Regenis Leiche vergangen. Die Hintergründe, die zu seiner Festnahme Anfang Jänner 2016 in Kairo geführt hatten, vor allem der politische Mord an den 28-jährigen Regeni werden wohl nie aufgeklärt werden. Die italienische Regierung unter Matteo Renzi sowie Amnesty International hatten sich für Transparenz um Giulio Regenis Todesumstände eingesetzt, leider erfolglos. Nichts rechtfertigt diese ungeheure Tat der ägyptischen Geheimdienste. Triest zeigt sich solidarisch mit Giulio Regenis Familie. Ob an Ladentüren, Wohnsilos oder Straßenkreuzungen, die Stadt am Karst bekennt Flagge für seinen Bewohner, dem auf so grausame Weise das Leben genommen wurde.

Seit zwei Wochen schreibend und mäandernd in Triest, erschauere ich bei jedem weiteren Plakat, das an Regenis Ermordung erinnert, obwohl dieses schreckliche Ereignis bereits vor mehr als vier Jahren international für Aufmerksamkeit sorgte und die zwischenstaatlichen Beziehungen zwischen Italien und Ägypten erheblich und nachhaltig beeinträchtigte.

Regina Hilber

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