DIE LAVOIR [di: la’vu:ɐ]

Das Magazin für freien Diskurs

Editorial

Das Lavoir versus DIE LAVOIR [la’vu:ɐ], wie in Österreich seit Generationen „salopp“ gebräuchlich.

Bloß eine Waschschüssel?

Von wegen. Eine LAVOIR [la’vu:ɐ] ist für uns weit mehr als das, ist praktisches Behältnis für Omas Feinwäsche, ist Notfallschüssel für Kotzanfälle und Auswürfe aller Art, ist Waschstelle für erdverkrustete Kinderfüße, ist Seifenbottich für Tante Fischis hauchzarte Seiden-Negligés, ist Salatwaschschüssel für die große Garten- oder Grillparty, ist Schnäuz- und Rotzabfallstation bei Liebeskummer. Die klassische LAVOIR aus Emaille oder Keramik fand sich noch in den finsteren Schlafzimmern der Großeltern, wir kennen sie meist als nahezu unverwüstliches Plastikutensil.

Achtsamkeitssprech oder Mut zur Aussage? In einer LAVOIR hat vieles Platz: Gedankliches, Freches, Diskursives.

Wir wollen uns aber nicht bloß ausrotzen, sondern stets den Fokus nach vorne richten. LECHTS und RINKS, Schwarz oder Rot, klein und groß – DIE LAVOIR blickt darüber hinaus und sucht abseits dieser dualistischen Begriffspaare nach Anworten.

Warum zurück zum Rotz?

Political correctness ist wichtig und gut – wir sind aber Schriftsteller bzw. Künstler und als solche politisch sensibilisierte Menschen, die abseits der Mundverbiegungen und Kniefallsanktionen Mut zum Rotz beweisen wollen. Sinn und Unsinn der sog. Korrektheit (ja, auch im Feuilleton) sowie Achtsamkeitssprech dürfen hinterfragt werden. DIE LAVOIR soll dazu als Plattform dienen.

Das LAVOIR-Team