DIE LAVOIR [di: la’vu:ɐ]

Der Weblog für freien Diskurs

Internationaler Frauentag

women theatre monolog

scene #012

ach dieses fieber immer wenn ich in ein korsett wie schrecklich und der schmerz ein schmerz aber lassen wir das was es da sagt dass ich ein mann sei und keine frau  und dass wenn es seinen fuß hier reinsetzte ich eine frau sein müsse eine figur innen und außen eine darstellerin auf der bühne immer wolle ich ein mann sein im stück und anderswo und so fort wirft es mir vor aber für es hat ein mann ein mann zu sein und eine frau eine schauspielerin es will alles machen mit mir von bühne zu bühne und ohne widerstand na als ob ich das könnte als ob das ich wäre als ob das mein theater wäre ich verzichte auf den vollmond das sage ich ganz deutlich voll und rund meinetwegen gibt auch noch andere monde den sichelmond zum beispiel oder den neumond oder das bühnenbild ich kann sein was ich will und eine frau bin ich ja schon rein physisch gesehen ob es das merkt oder nicht schreie ich denn wie ein mann wenn es die hundertschaft an kilos auf den bretterboden wirft grunze ich etwa wie ein eber wenn ich schauspielere ich bin ein glanz bin licht und schminke ich darf alles sein queer homo hetero metro ernst und klaustrophobisch oder bobo nur hipster will ich nicht aber ansonsten querbeet und rechtfertigung brauche ich dazu keine da staunt es nicht wahr auf meiner bühne hat es worte verdreht einen riesigen worthaufen gesetzt aber aufräumen kann es das selbst meine idee kam zur richtigen zeit so eine idee wie es nie eine haben wird wie denn auch berlin mailand zürich celje überall hat der bretterboden löcher hinterlassen wenn die bühne doch ein bisschen größer wäre so zwei drei eine braut ist wohl eine theaterfrau und was für eine da darf es nicht mehr mitspielen wie großartig ist das denn so ein weißes ding weiß und creme und lichtes beige die summe aller farben wittgenstein und badiou lob der liebe was für ein selbstgefälliger ansatz aber vorher kann man so manches nicht wissen da muss man sich durch das drama wühlen bei žižek spritzen die gedankenläufe in alle richtungen so mag ich das vielleicht muss man richtig hässlich sein um ein narzisst zu werden so wie badiou einseitig ist da passt eins zum anderen die nachsicht hat mich auf die rampe geworfen schön ausleuchten innen befehle ich dem lichtkoordinator das periphäre ist was für feige ich möchte nicht einmal sagen für bequeme das wesentliche versteckt sich gern unter der maske und nicht mal eine ahnung dringt nach außen so ein herz zum beispiel bloße chemie klar aber auch der stecker ohne strom bringt das stück nicht zum vibrieren nichts zu erkennen sagt der beleuchter und sie sehen mir auch gar nicht so aus na wie jetzt die zuschauer vergöttern mich selbst wenn der eine oder die andere nicht in der lage ist dem stück zu folgen diese hülle wie nur diese hülle vergessen ein drama bleibt ein drama ein ganzes stück lang es sagt es ändert sich aber es ändert sich nie darstellerinnen sagen sie können sich nicht ändern aber sie tun es doch möchte mal wissen wie viel puder das verdeckt hat ein vorhang kann so eine leiter sein bloß um nicht ganz abzustürzen runterzukullern über den bühnenrand und dann bekommt man die letzte sprosse nicht mehr zu fassen eine sucht braucht nur durch eine andere ersetzt zu werden so einfach ist das wenn ich müde bin und nicht weiß warum ich bin ein glanz ein schauspiel eine darstellerin und was für eine ganz im leben die zeit hat an den kostümen geknabbert ein paar spuren nichts grobes das leuchten das leuchten ist alles so ein schein beschert zehn jahre minimum ein tag ist wie jeder andere auch der glanz vermag ihn höher zu stellen ich schaue von der bühne zurück wie ich strahle nur darauf kommt es an im theater ist leben das wort abenteuer ist kein leeres versprechen weder an mich selbst noch an andere wer das wagnis liebt kann schrecklich fallen aber im fall da lache ich diese rolle spiele ich perfekt dieses weiß überall in blumen und künstlichem haar die weißen wolken dahinter die laken ich weiß eine darstellerin ist theater und umgekehrt ist glanz und leuchten ich weiß es ganz genau

Regina Hilber

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