DIE LAVOIR [di: la’vu:ɐ]

Der Weblog für freien Diskurs

Bei den Dingen ganz Ding sein

Gelotophobie und 3-G

Was uns GEHÖRT. Was UNS gehört: die 3 G´s. Großartig bis grenzgenial. Gelotophobie. Gratwanderung.

Regina Hilber © Bildrecht, Wien 2021

Ähnlich lautet das Diktat der Woche: Getestet, genesen, geimpft – so gibt es die österreichische Regierung mit der 3-G-Regel vor. Der deutsche Infektionsschutz wiederum titelt seine Wachsamkeitskampagne mit der für mein Ohr ungewohnten Parole: Achten Sie auf die „Drei-G“! Ist das grammatikalisch korrekt, oder mutet diese Formulierung nur seltsam an? Die „Drei-G“! Grammatische Gleichung, s verschluckt oder ein Rätsel? Zu vermeiden seien lt. deutschem Infektionsschutz jedenfalls: 1. Geschlossene Räume, 2. Gruppen und Gedränge, 3. Gespräche.

Buddeln wir uns ein.

Sympathisch jedoch, dass damit Vermeidungsszenarien vorgegeben werden und nicht, wie hierzulande, ein Dauerimperativ angeschlagen wird. Von den Deutschen abgeschaut hat sich die Sprachformel der 3-G-Regel ein Spindoktor der österreichischen Regierung. Weil aber wie schon Karl Kraus sagte „Was die Deutschen und die Österreicher trennt, ist ihre gemeinsame Sprache.“, die auf Österreich zugeschnittene Version der 3-G-Regel verkehrtherum am Pressesprecherreißbrett konstruiert wurde, dürfen wir uns weiterhin von den Deutschen mit ihrer „Drei-G“!-Formel unterscheiden.  

„Schreiben Sie über Elvis!“, ruft der Mann mit Down-Syndrom durch den vollbesetzten Bus in Salzburgs Innenstadt. „Schreiben Sie ein Buch über Elvis!“ Genau das werde ich machen: Elvis has left the building, anyway.

Regina Hilber

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