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Amerika auf der Couch

Amerika auf der Couch von Allen Frances und was das mit der bevorstehenden Wien-Wahl zu tun hat. Der aktuelle Lesetipp der LAVOIR:

Geza Gold (Bildrecht) 2020

Über das Trump-Zeitalter reflektiert der renommierte amerikanische Psychiater Allen Frances in seinem Buch Amerika auf der Couch (auf Deutsch 2018 erschienen im DUMONT Verlag). Dennoch ist das Buch aktueller denn je, angesichts der auf Hochtouren laufenden US-Präsidentschaftswahl, und ja, auch angesichts der bevorstehenden Wien-Wahl am 11. Oktober. Quintessenz von Frances´Analyse: Nicht Trump als Individuum, sondern vor allem die Gesellschaft, die einen Despoten wie Trump in das Präsidentschaftsamt wählt, sei das Problem. Konkret hält Frances dazu gleich zu Beginn fest: „…wenn wir geistig gesund werden wollen, müssen wir zunächst uns selbst erkennen. Einfach ausgedrückt: Nicht Trump ist verrückt, sondern unsere Gesellschaft.“

Genauso verhält es sich mit der politischen Gewichtung hierzulande in Österreich. Damit des Bundeskanzlers Gesicht weiterhin (dabei stets von seiner umsichtigen Visagistin mit dem obligaten Fresh-up versehen) in die Kameras strahlen kann, muss es eine Wählerschaft geben, die dem Highlighter auf des Bundeskanzlers Wangenknochen und seiner türkisen Gefolgschaft seine Daseinsberechtigung gibt. Ich kann mich nur wiederholen: Sei dir selbst das Wahlzuckerl am 11. Oktober bei der Wien-Wahl!

P.S.: Gestern mit Erschrecken festgestellt, dass folkloristische Lederhosen(imitate) nun auch im Wiener (!) Bekleidungsdiscounter feilgeboten werden. Was folgt als nächstes? Flächendeckender Dirndllook bei Zara und H&M?

Regina Hilber

Geza Gold (Bildrecht) 2020
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